Gesundheitskolumne
Ticken Sie noch richtig? – Arzneimittel pünktlich einnehmen - Teil II
Nicole Lippka-Mönnich,Apothekerin
Staggenborg-Apotheke im Marktkauf, Elmshorn
erschienen 30. August 2010
Die Magensäureproduktion ist am Abend am höchsten und somit auch die Häufigkeit eines Magendurchbruchs infolge eines Magengeschwürs. Die flache Liegeposition im Bett begünstigt den Rücklauf des Magensaftes in die Speiseröhre zusätzlich, so dass es in der Nacht am Häufigsten und stärksten zu Sodbrennen kommt. Sogenannte H2-Blocker wie z.B. Zantic® sollten daher vor dem Zubettgehen eingenommen werden. Anders ist es hingegen bei den sogenannten Protonenpumpeninhibitoren wie z.B. Antra®. Diese nimmt man am Besten morgens vor dem Frühstück ein. Sie gelangen dann besser in die Blutbahn, da die Magen-Darm-Durchblutung morgens am stärksten ist, dadurch ist mehr Wirkstoff für den Körper verfügbar. Dies liegt daran, dass durch die geringere Magensäurekonzentration am Morgen weniger Wirkstoff im Magen zersetzt wird bevor dieser überhaupt aufgenommen werden kann. Antazida hingegen (z.B. Magaldrat Ratio®) können unabhängig von der Tageszeit eingenommen werden.
Rheumapatienten leiden gerade morgens nach dem Aufstehen unter Schmerzen und Gelenksteifigkeit. Daher sollten Schmerzmittel am Abend vor dem Zubettgehen eingenommen werden. Das gilt auch beim gesunden Menschen, welcher z.B. unter Zahnschmerzen leidet. Das Schmerzempfinden ist in der Nacht ausgeprägter, so dass bei beginnenden Beschwerden vorsorglich eine leichte Schmerztablette zur Nacht eingenommen werden sollte wie z.B. Ben-U-ron®.
Anders ist es bei Patienten mit Knochenschmerzen (z.B. Osteoarthritis), hier nehmen die Beschwerden im Tagesverlauf durch vermehrte Belastung zu, so dass die Medikamenteneinnahme am Morgen erfolgen sollte.
Dies sind nur ein paar Beispiele und wir kennen bestimmt auch noch nicht alle Zusammenhänge, fragen Sie am Besten immer Ihren Arzt oder Apotheker nach dem richtigen Einnahmezeitpunkt für Ihr Medikament.
