Gesundheitskolumne
Pharmakovigilanz – Nebenwirkungen berichten
Jan-Philipp Paltins, Apotheker
Staggenborg-Apotheke im PLAZA, Buxtehude
erschienen 10. Mai 2010
Solche unerwarteten Neben- und Wechselwirkungen (UAW´s) können sich ereignen und sind nicht sicher vermeidbar. Dies ist der Grund , warum verschiedene Länder , wie auch Deutschland , sehr rigide Zulassungs- und Folgebeobachtungsgesetze und Behörden hat , um neue , genauso wie etablierte Arzneimittel, Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel , zu überwachen und immer wieder neu zu bewerten.
Dieses ist also Pharmakovigilanz. Beobachtet und berichtet wird nicht nur über die Arzneimittel selber , sondern auch deren Stabilität in der Arzneiform (Säfte, Tabletten etc..) , sowie die Güte ihrer Verpackungen (Blister, Ampullen etc ..)
Das Ziel ist es, die Sicherheit der Arzneimittelversorgung für alle zu verbessern. Diesen Auftrag haben nach § 21 Apothekenbetriebsordnung auch wir, ihre Apotheke. Aber auch sie sind gefragt.
Laut einer Metastudie (eine Auswertung verschiedener Einzelstudien) die 37 Einzelstudien verschiedener Länder umfasste , werden etwa 94% aller subjektiver Neben und Wechselwirkungen von Patienten nicht gemeldet. Unsicherheit , ob nun eine Arzneinebenwirkung oder ein anderes Ereignis zu dem konkreten Problem geführt hat , scheint einer der häufigsten Gründe für das Nichtmelden zu sein , genau so wie die Unsicherheit an wen man sich wenden soll. Es ist für das Sammeln von dieser Art von (natürlich anonymisierten) Berichten aber nicht notwendig ,dass man eine gesicherte Diagnose hat, vielmehr zählt die Häufigkeit mit der eine Nebenwirkung gemeldet wird.
Helfen sie doch uns ihnen zu helfen – Pharmakovigilanz lebt vom mitmachen.
