Gesundheitskolumne

Kleine Wunden optimal versorgt

Michaela Riedel, Apothekerin
Staggenborg-Apotheke im Marktkauf, Prisdorf
erschienen 26. April 2010

Bild: Kleine Wunden optimal versorgt
Verletzungsgefahren lauern überall: ob zu Hause oder unterwegs, eine kleine Unachtsamkeit und schon ist es passiert. Eine schnelle und richtige Erstversorgung der Wunde entscheidet dann über den Verlauf der Wundheilung und das Risiko von Infektionen.
Die Versorgung kleinerer Wunden sollte nach einem festen Schema vorgenommen werden:
Als erstes sollte die Wunde unter fließendem, kaltem Leitungswasser gereinigt werden. Zur Reinigung eignen sich auch physiologische Kochsalz-Lösung oder Ringer-Lösung. Anschließend folgt im zweiten Schritt die Wunddesinfektion. Hierfür stehen verschiedene Antispetika zur Auswahl. Gut geeignet zur Desinfektion oberflächlicher Wunden oder leichter Verbrennungen ist der Wirkstoff Povidon-Iod (z.B. in Betaisodona®). Er ist wirksam gegen Bakterien, Pilze und Viren, darf allerdings nicht angewendet werden bei Schilddrüsenerkrankungen, Überempfindlichkeit gegenüber Iod, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Säuglingen unter 6 Monaten. Ebenfalls gut geeignet sind Octenidindihydrochlorid (z.B. in Octenisept®) oder Chlorhexidin (z.B. in Hansaplast med Spray®). Bei Bagatellverletzungen reicht nach der Reinigung und Desinfektion in der Regel ein Pflaster. Es empfehlen sich dabei Pflaster, deren Wundauflagen eine Silberbeschichtung aufweisen, da diese das Infektionsrisiko weiter minimiert. Für schwer zugängliche Stellen oder dort, wo Pflaster schlecht halten, kann auch ein Sprühpflaster empfehlenswert sein, sofern die Wunde nicht mehr blutet. Größere Wunden sollten mit einer Kompresse abgedeckt werden, die dann mit einer Mullbinde oder elastischen Binde fixiert wird. Wenn die Wunde gereinigt ist und die Blutung aufgehört hat, können heilungsfördernde Präparate aufgetragen werden. Salben halten die Wundränder geschmeidig und sorgen dafür, dass der Verband nicht mit der Wunde verklebt. Sie enthalten oft den Wirkstoff Dexpanthenol (z.B. Bepanthen®), der die Heilung von Haut- und Schleimhautläsionen unterstützt. Präparate mit Zinkoxid saugen Wundsekret auf und eignen sich deshalb vor allem für nässende Wunden.
Während sich also kleinere Schnitt- und Schürfwunden problemlos selbst versorgen lassen, gehören größere Wunden, Stich-, Platz-, Quetsch- und Bisswunden auf jeden Fall in die Hand eines Arztes. Auch infizierte Wunden (Rötung, Überwärmung, Schwellung, eitriges Sekret) müssen durch einen Arzt versorgt werden.