Gesundheitskolumne

Stillprobleme Teil 2

Nicole Lippka-Mönnich, Apothekerin im Erziehungsurlaub
Staggenborg- Apotheke im Marktkauf, Elmshorn
erschienen 15. Februar 2010

Bild: Stillprobleme Teil 2
Nahezu jede Mutter hat zu Begin der Stillzeit mit empfindlichen Brustwarzen zu kämpfen. Besonders unangenehm wird es aber, wenn aus empfindlichen Mamillen auch Wunde werden. Das Stillen wird zur Qual und jedes Anlegen des Babys kostet große Überwindung. Als Erstes sollten Sie prüfen ob das Baby korrekt angelegt wird. Ist der Mund des Säuglings weit geöffnet und umschließt er fast den ganzen Warzenhof? Sitzen Sie immer entspannt oder verkrampfen Sie sich?
Zunächst können Sie vor dem Anlegen Ihre Brüste mit warmen Umschlägen behandeln oder versuchen etwas Milch auszustreichen, hierdurch unterstützen Sie den Milchspendereflex und das Baby saugt weniger stark an. Wenn Sie Ihren Säugling selbst von der Brust lösen, schieben Sie vorsichtig den kleinen Finger in seinen Mundwinkel bist zur Brustwarze, bis sich das Vakuum löst. Vermeiden Sie das Anbieten von Schnullern und Saugern, da sich das Saugen an Ihnen sehr vom Saugen an der Brust unterscheidet und sich die Beschwerden somit möglicherweise verschlimmern.
Zur Linderung können kurzfristig Stillhütchen verwendet werden, z. B. Medela® oder Avent®, diese vermindern das Reiben der wunden Mamille am Gaumen des Babys. Ihr Einsatz sollte nur kurzfristig erfolgen, da Sie wie Schnuller zu einer Saugverwirrung führen können. Ebenso hat sich das Tragen von Stilleinlagen aus Wolle/ Seide Kombination bewährt. Sie verkleben nicht mit der Wunde und lassen die Luft besser zirkulieren als Papiereinlagen. Salben enthalten hochgereinigtes Lanolin z. B. Lansinoh® oder PureLan®. Auf pflanzlicher Basis steht z. B. Mercurialis Salbe Wala® zur Verfügung. Alternativ zur Salbe können Sie auch nach jedem Stillen, sowie zwischendurch, ein wenig Muttermilch auf Ihrer Mamille eintrocknen lassen. Sollten die Mamillen sehr wund sein, kann der Einsatz von Hydrogelpads sinnvoll sein. Diese sorgen für eine feuchte Wundheilung, welche Schorfbildung und Jucken vermindert (z.B. Mother Mates® oder Multi-Mam® Kompressen). Falls die Mamille beim Kontakt mit der Kleidung stark schmerzen sollte, können Sie einen Brustwarzenschutz benutzen. Dieser besitzt eine harte Außenschale mit Öffnungen zur Luftzirkulation und eine weiche Innenschale, welche auf der Haut aufliegt, mit einer Aussparung für die Mamille. Diese sollten nicht in der Nacht oder über mehrere Stunden getragen werden. Sollte eine Stillpause notwendig sein, müssen Sie die Milch abpumpen um den Milchfluss zu erhalten. Hierfür gibt es elektrische Milchpumpen (Verleih in der Apotheke) sowie Handmilchpumpen (z.B. Avent®ISIS).
In jedem Fall sollten Sie bei ersten Anzeichen von wunden Brustwarzen Kontakt mit Ihrer Hebamme, Stillberaterin oder dem Kinderarzt aufnehmen, um die Ursache herauszufinden und eine geeignete Therapie zu beginnen. Nur dann kann das Stillen Ihres Babys wieder eine der schönsten Angelegenheiten der Welt werden.