Gesundheitskolumne
Warzen: Früher wurden ihnen magische Kräfte zugeschrieben
Michaela Riedel, Apothekerin
Staggenborg - Apotheke im Marktkauf, Prisdorf
erschienen 01. Februar 2010
Warzen sind in der Regel gutartige, viral bedingte Hautveränderungen, die häufig sogar ohne Behandlung wieder abheilen.
Je nach Aussehen und Lokalisation werden verschiedene Warzenarten unterschieden. Am häufigsten tritt die sog. gewöhnliche Warze auf. Sie ist bevorzugt an Händen und Füßen lokalisiert und erscheint in Form von harten, hautfarbenen, halbkugeligen Knötchen mit rauer, schuppig verhornter Oberfläche. Eine Sonderform der gewöhnlichen Warze stellt die Dornwarze dar. Sie entsteht vor allem an den Fußsohlen. Durch den Druck des Körpergewichtes wachsen die Warzen hier wie ein Dorn in die Tiefe, was beim Gehen zu erheblichen Schmerzen führen kann. Weitere Warzenarten sind z.B. Flach-, Feig- oder Dellwarzen.
Eine Behandlung in Eigenregie sollte nur bei gewöhnlichen Warzen erfolgen. Ein Arzt sollte auf jeden Fall aufgesucht werden, wenn Schleimhäute, das Gesicht oder der Anogenitalbereich betroffen ist oder wenn die Warze blutet, ständig weiter wächst, behaart ist oder schmerzt.
Meist erfolgt die Behandlung von Warzen mit Hilfe von hornlösenden Substanzen, wie z.B. Salicyl- oder Milchsäure. Diese stehen in Form von Lösungen (z.B. Clabin®) oder Pflastern (z.B. Guttaplast®) zur Verfügung. Je nach Verhornungsgrad kann die Behandlungsdauer allerdings bis zu acht Wochen dauern. Lösungen müssen konsequent 2 – 4-mal täglich angewendet werden, wobei der sich dabei bildende, weißliche Film vor jedem erneuten Auftragen abgezogen oder abgerubbelt werden muss. Bei der Anwendung von Pflastern müssen diese exakt auf die Größe der Warze zugeschnitten und in der Regel extra fixiert werden. Dann können sie aber mehrere Tage auf der Warze verbleiben. Die so aufgeweichte Hornhaut kann anschießend nach einem warmen Seifen- oder Salzbad leicht entfernt werden. Um die umliegende gesunde Haut zu schützen, sollte diese vor dem Auftragen der Lösung oder des Pflasters mit Vaseline oder Zinkpaste abgedeckt werden.
Bei der Anwendung von Vereisungssprays (z.B. Wartner®) ist häufig schon eine Anwendung ausreichend. Diese sind allerdings nicht geeignet für Kinder unter 4 Jahren oder Diabetiker. Durch das Vereisen bildet sich unter der Warze ein Bläschen, so dass diese sich aus der Haut hebt und nach 10 – 14 Tagen abfällt. Bei hartnäckigen Warzen kann die Behandlung nach frühestens 14 Tagen und max. 2-mal wiederholt werden.
Als homöopathisches Mittel kommt v.a. Thuja zum Einsatz.
Bei der Auswahl des geeigneten Mittels beraten wir Sie gerne.
