Gesundheitskolumne
Blutzuckermessung: Der Richtige Weg zum täglichen Bluttropfen
Sebastian Jahn, Apotheker
Staggenborg - Apotheke im Marktkauf, Prisdorf
erschienen 25. Januar 2010
Um diese Krankheit zu erkennen und effektiv behandeln zu können sind sogenannte Blutzuckermessungen nötig und das kann schon mal die erste Hürde sein. Um die Glucosekonzentration im Blut zu messen, muss man natürlich erstmal an das Blut überhaupt ran.
Eine erfolgreiche Messung ist nur unter Berücksichtigung einiger Regeln möglich. Diese gelten für für Anfänger genauso wie auch für Personen, die sich schon längere Zeit selber den Blutzucker messen.
Wenn man nun also seinen Blutzucker erstmalig messen will oder eine laufende Therapie kontrollieren will, sollte man dies immer morgens vor dem Frühstück machen. Man kann vorweg noch ein Glas Wasser trinken, andere Getränke könnten die Werte verfälschen.
Der nüchterne Blutzucker kann nun gemessen werden, der bei Erwachsenen so zwischen 90 und 110mg/dl liegen sollte.
Um eine Messung durch zu führen, muss ein Tropfen Blut her und den bekommt man nur wenn man sich pickt. Dafür wird eine Lanzette oder Stechhilfe, benötigt. Diese Stechhilfe besitzt eine kleine Nadel die Ihre oberste Hautschicht durchdringt und die Austrittsöffnung für Ihr Blut schafft. Die besten Stellen zur Blutentnahme für diese Messung sind die Fingerkuppen. Man sucht sich die Stelle mit der dünnsten Haut heraus. Diese Stelle befindet sich meistens seitlich der Fingerkuppe des kleinen Fingers. Bei den meisten Stechhilfen lässt sich die Einstichtiefe verändern. Je dicker die vorhandene Hornhaut ist, um so tiefer muss gestochen werden. Die Stechhilfe wird vor der Benutzung gespannt, an den Finger gesetzt und dann ausgelöst. Die sehr feine Nadel sticht einmal durch die Haut und verschwindet wieder in der Stechhilfe. Es besteht also keine zusätzliche Verletzungsgefahr. Die Stechhilfen sind sogenannte Einmalartikel. Sie müssen aus folgenden Gründen nach jedem Gebrauch gewechselt werden. Zum einen bleiben winzige Gewebe- und Blutreste zurück, die zu Infektionen führen können. Zum anderen wird die Nadel stumpf. In Folge dessen wird der nächste Picks nicht ganz so sauber und schmerzfrei.
Der erste Tropfen Blut sollte mit einem Tuch vorsichtig abgewischt werden. Der zweite Tropfen der sich dann bildet, kann an den Teststreifen gehalten werden, der aus im Messgerät hängt. Das Blut wird eingezogen und das Gerät beginnt dann selbstständig mit der Messung, wenn genug Blut vorhanden ist. Falls der Bluttropfen zu klein ist, bitte nicht an der Fingerkuppe drücken. Sie würden zusätzlich zu dem Blut auch Gewebewasser mit heraus drücken und das würde die Probe verdünnen. Fördern Sie besser vor dem Stechen die Durchblutung durch eine Handmassage oder warmes Wasser. Wenn dann immer noch zu wenig Blut kommt, lassen Sie den Arm herunter hängen oder drücken sie das Blut von der Handfläche aus in den Finger.
Nach jeder Messung muss dann die Nadel der Stechhilfe und der Teststreifen entsorgt werden. Falls Sie nur ab und zu mal Ihren Blutzucker kontrollieren, können Sie immer den gleichen Finger nehmen. Wenn Sie sich aber regelmäßig picksen, sollten sie immer wechselnde Stellen wählen, da diese kleinen Verletzungen auf Dauer die Hornhautbildung fördern.
Falls Sie noch weitere Fragen haben, dann schauen Sie doch mal bei uns in der Apotheke vorbei. Wir beraten Sie gern.
