Gesundheitskolumne
Kopfschuppen
Lars Radünz, Apotheker
Staggenborg-Apotheke im Marktkauf, Elmshorn
erschienen 28. Dezember 2009
Man unterscheidet verschiedene Arten von Schuppen. Fettige Kopfschuppen sind relativ groß und von gelblicher Farbe und fühlen sich beim Zerreiben zwischen den Fingern schmierig an. Man bezeichnet dies auch als seborrhoisches Ekzem. Ursache ist meist eine übermäßige Talgproduktion der Talgdrüsen, die um einen Haarschaft in der Kopfhaut liegen. Häufig kommt es zusätzlich zu einer übermäßigen Besiedlung mit dem Hefepilz Malassezia furfur, der ein natürlich vorkommender Keim unserer Haut ist. Fettige Kopfhaut bildet jedoch einen idealen Nährboden für diesen Pilz, so dass dieser sich stärker vermehren und ausbreiten kann. Gute Behandlungserfolge lassen sich in solchen Fällen oftmals mit Ketoconazol-haltigen Shampoos erzielen (z.B Terzolin®).
Trockene Kopfschuppen sind kleiner als fettige und eher weißlich. Leidet man unter trockenen Kopfschuppen und trockener Kopfhaut, so kann man versuchen die Beschwerden mit rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Haarwaschmitteln (z.B. Linola Shampoo®, Eucerin TH 5% Urea Shampoo) zu lindern. Das Eucerin Shampoo enthält zusätzlich noch eine juckreizlindernde Substanz. Es kann auch Linderung bei im Bereich der Kopfhaut auftretender Schuppenflechte (Psoriasis) verschaffen. Um die Abschuppung zu erleichtern, kann man auf eine Salicylsäure-haltige Salbe (Lygal Kopfsalbe®) zurückgreifen. Diese lässt man besten über Nacht einwirken und wäscht sie anschließend am nächsten Tag mit einem milden Shampoo gründlich aus.
Bei sehr stark juckender und auch bei bereits entzündeter Kopfhaut sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Um es nicht soweit kommen zu lassen, sollte man möglichst nicht kratzen, wenn es anfängt zu jucken. Außerdem sollte man auch beim Fönen aufpassen, dass die Kopfhaut durch die heiße Luft nicht gereizt wird. Desweiteren sollte man zur Haarpflege eine Bürste mit weichen Borsten verwenden.
