Gesundheitskolumne
Stillprobleme Teil1
Nicole Lippka-Mönnich, Apothekerin im Erziehungsurlaub
Staggenborg - Apotheke im Marktkauf, Elmshorn
erschienen 08. Februar 2010
Häufig ist das erste Problem, welches auf eine stillende Mutter zukommt, gar keines – zu wenig Milch. Während der Schwangerschaft wird die Brust der Frau zwar auf die Milchproduktion vorbereitet, die Milchbildung beginnt allerdings erst mit der Geburt des Kindes. Häufiges Anlegen des Säuglings (alle 2 Stunden) ist daher der Grundstein für eine ausreichende Milchproduktion, denn nur die Nachfrage bestimmt das Angebot. Unterstützen können sie die Milchbildung, indem Sie das Baby zu jeder Stillmahlzeit an beiden Brüsten anlegen. Warten Sie, bis das Baby beginnt langsamer zu trinken und zu schlucken, wechseln Sie dann die Seite. Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe vor, während und nach dem Stillen. Vermeiden Sie das Anbieten von Schnullern und Saugern um Ihr Baby nicht unnötig zu irritieren. Milchbildungsfördernd wirken Tees wie Weleda® Milchbildungstee und Bockshornkleesamen. Eine zusätzliche Stimulation durch Abpumpen zwischen den Mahlzeiten kann ebenso hilfreich sein. Hierzu sind elektrische Pumpen wie die Avent® Doppel ISIS iQ Duo (Verleih mit und ohne Rezept) oder Handmilchpumpen wie die Avent® Isis Handmilchpumpe erhältlich. Zu wenig Milch ist in den seltensten Fällen ein Grund zum Abstillen. Kontrollieren Sie während der ersten Wochen regelmäßig das Gewicht des Babys und halten Sie engen Kontakt mit Ihrer Hebamme oder Stillberaterin.
Ein starker Milcheinschuss führt häufig zu einem Unwohlsein der Mutter, und am Anfang des Stillens auch zu einem Unbehagen beim Baby. Sofort und konsequent entgegengewirkt, können Sie Folgeprobleme wie Milchstau oder Brustentzündungen vermeiden. Ursachen sind meist zu früher und zu häufiger Wechsel von einer Brust zur anderen während einer Stillmahlzeit, sowie zusätzliches oder zu häufiges Abpumpen. Am Besten wählen Sie zum Stillen eine Position, die dem Milchspendereflex entgegenwirkt, wie z.B. den Rückengriff. Streichen Sie vor dem Stillen mit der Hand ein wenig Milch aus der Brust, um das Baby mit dem Überangebot nicht zu überfordern. Beschränken sie sich pro Mahlzeit nur auf eine Seite und streichen aus der anderen Brust bei Bedarf ein wenig Milch aus, um den Druck zu lindern. Wenn Sie nach dem Stillen kalte Kompressen auf die Brust legen, reduzieren Sie damit ein wenig die nachschießende Milch. Etwa 2- 4 Tassen Salbeitee (z.B. H&S Salbeitee) am Tag können zudem die Milchbildung reduzieren. Als homöopathisches Mittel kann Phytolacca D4 (z.B. DHU) gegeben werden, sprechen Sie die Einnahme aber immer mit Ihrer Hebamme ab, da dieses Mittel auch unterstützend zum Abstillen gegeben wird.
