Gesundheitskolumne
Diagnose Kopfschmerz: Wenn es im Kopf pocht
Nicole Lippka-Mönnich (z.Zt. Mutterschutz), Apothekerin Staggenborg-Apotheke im Marktkauf, Elmshorn
erschienen 14. Dezember 2009
Es gibt viele Arten von Kopfschmerzen, die sich in ihrer Schmerzempfindung, Intensität und manchmal auch in der Behandlung unterscheiden.
Ist es ein dumpfer drückender Schmerz, der sich wie ein Band um Ihren Kopf zieht, leiden Sie wahrscheinlich am sogenannten Spannungskopfschmerz. Dieser kann gelegentlich von leichter Übelkeit und Lichtempfindlichkeit gekennzeichnet sein. Das ist zwar unangenehm, aber meist harmlos. Schlimmer wird es wenn dieser Schmerz regelmäßig auftritt, man sagt, mehr als 15 Tage im Monat gelten als chronisch. Sollten Sie zudem weitere Beschwerden haben, wie Sprach- oder Sehstörungen, starker Schwindel oder Lähmungen, dann heißt es ab zum Arzt und Finger weg von Selbstmedikation. Ansonsten stehen für Sie in der Apotheke viele Medikamente zur Behandlung gelegentlicher Schmerzen bereit.
Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke vom pharmazeutischen Personal beraten, sie werden im Gespräch mit ihm das passende Arzneimittel finden.
Schlimmer als der Spannungsschmerz wird der Clusterkopfschmerz empfunden. Dieser ist geprägt von heftiger aber kurzer Intensität und starker Einseitigkeit, die meist auf die Augenregion konzentriert ist. Aber nicht nur das es schmerzt, man sieht auch sehr bescheiden aus: das Augenlid hängt, ist rot, und wenn man Pech hat, läuft auch noch die Nase. Da dieser Kopfschmerz auch aufgrund seiner kurzen Dauer nur schwer zu behandeln ist sollten sie bei wiederholtem Auftreten Ihren Arzt aufsuchen.
Falls Ihr Kopf halbseitig pulsiert und pocht, und bei jeglicher Anstrengung die Schmerzen stärker werden, ist eine Migräne sehr wahrscheinlich. Oft kommen noch Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit hinzu und im schlimmsten Fall gehören Sie zu den 15 Prozent der Betroffenen, die zusätzlich mit neurologischen Symptomen wie Lähmungen, Seh-und Gleichgewichtsstörungen zu kämpfen haben.
Sind Ihre Beschwerden nicht zu stark, können Sie die Migräne mit gängigen Mitteln aus Ihrer Apotheke behandeln. Speziell für Migräne Patienten steht der Wirkstoff Naratriptan (z.B. Formigran®) zur Verfügung. Dieser wurde entwickelt, um nur gegen den Typischen Migräneschmerz zu wirken, und hilft leider nicht bei stärkeren Spannungskopfschmerzen. Vor einer Behandlung sollte daher die Diagnose Migräne beim Arzt gesichert sein. Denken Sie immer dran, wenn Ihre Schmerzen durch die gelegentlich Einnahme von Arzneimitteln aus Ihrer Apotheke nicht in den Griff zu bekommen sind , wenn Sie öfter auftreten und an Intensität zunehmen sollten Sie immer zum Arzt gehen. Denn der tägliche Gebrauch von Schmerzmitteln, kann leider auch zu Kopfschmerzen führen.
