Gesundheitskolumne

Trockene Haut - nicht nur im Winter ein Problem

Michaela Riedel, Apothekerin
Staggenborg-Apotheke im Marktkauf, Prisdorf
erschienen 23. November 2009

Bild: Trockene Haut - nicht nur im Winter ein Problem
Der Anteil an Menschen in der Bevölkerung, die unter trockener Haut leiden, nimmt stetig zu. Gerade jetzt im Winter treten die Symptome besonders deutlich hervor: Die Haut spannt, juckt, schuppt, ist rissig und gerötet. Die Ursachen und der Schweregrad trockener Haut können dabei sehr unterschiedlich sein. Die Jahreszeiten, das Klima, UV-Exposition und andere Umwelteinflüsse, wie z.B. der Hautkontakt mt Reinigungsmitteln, sind äußere Faktoren die unseren Hautzustand negativ beeinflussen können. Aber auch innere Faktoren spielen bei der Entstehung der trockenen Haut eine wichtige Rolle. Zu diesen zählen u.a. genetische Veranlagung, hormonelle Einflüsse, biologische Hautalterung oder bestimmte Erkrankungen (zum Beispiel Diabetes).
Der Schweregrad reicht von leichten Formen mit Trockenheit, Spannungsgefühl und Rauhigkeit, bis hin zu pathologischen Formen, bei denen zusätzlich Rötungen, Entzündungen oder Ekzeme auftreten. Eine Abgrenzung der einzelnen Formen ist in der Praxis allerdings nicht immer ganz einfach.
Alle Formen der trockenen Haut beruhen in der Regal auf einen Mangel an so genannten natürlichen Feuchthaltefaktoren, insbesondere Harnstoff (Urea).Diese körpereigenen Substanzen sind imstande Wasser in der Hornschicht der Haut festzuhalten. Fehlen die Feuthaltefaktoren kommt es zu einem verminderten Wasserbindevermögen, die Haut verliert verstärkt Feuchtigkeit. Als Folge werden dann auch natürliche hauteigene Lipide vermindert gebildet.
Für die Pflege trockener Haut gilt : Verwenden Sie zur Reinigung nur seifenfreie Produkte mit milden waschaktiven Substanzen und einen hautneutralen pH-Wert. Spezielle Wasch- und Duschprodukte mit dem natürlichen feuchthaltefaktor Urea und speziellen rückfettenden Lipiden ermöglichen auch das tägliche Duschen ohne dass die Haut dabei zu sehr austrocknet. Bei sehr trockener Huat mit Juckreiz empfehlen sich Duschöle, die einen sehr hohen Anteil an Hautverwandten Fetten sowie beruhigenden, juckreizstilenden Inhaltsstoffen enthalten (z.B. Balneum Hermal Plus ). Des Weiteren gilt: Nach jeden Waschen eincremen. Hierzu eignen sich besonders Harnstoffhaltige Pflegeprodukte mit einem Gehalt von 3 und 10% Urea (z.B.: Eucerin Repair Lotion 10% Urea). Außerdem sollten die Produkte möglichst keine Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe enthalten. Eine Spezialform der trockenen Haut liegt bei der atopischen trockenen Haut vor (Neurodermitis).
Ursache der Neurodermitis ist neben einem Mangel an natürlichen Feuchthaltefaktoren ein gestörter Fettsäure-Stoffwechsel. Zur Pflege bei Neurodermitis eignen sich besonders Produkte mit wertvollen Omega-6-Fettsäuren, zum Beispiel aus Nachtkerzensamenöl (z.B.:Eucerin Hautberuhigende Lotion 12%Omega).