Gesundheitskolumne
Nagelpilz - kleine Verletzungen am Nagelbett sind ideale Eintrittspforten
Lars Radünz, Apotheker
Staggenborg-Apotheke im Markkauf, Elmshorn
erschienen 2. November 2009
Ein Nagelpilz verschwindet nie von alleine und bedarf immer einer Behandlung. Die Therapie sollte dabei so früh wie möglich erfolgen, um eine weitere Ausbreitung des Pilzes zu verhindern. Je früher der Behandlungsbeginn, desto höher die Erfolgsquote und desto kürzer oftmals die Therapiedauer. Bei der Behandlung eines Nagelpilzes ist Geduld gefragt: Die Therapie dauert meist 3 – 6 Monate, in schwerwiegenden Fällen sogar ein Jahr. Grundsätzlich sollte beim Verdacht auf eine Nagelpilzerkrankung der Hautarzt aufgesucht werden.
Je nach Erkrankungsgrad erfolgt die Behandlung nur lokal durch das Auftragen entsprechender Lacke oder Salben oder auch systemisch, d.h. zusätzlich müssen auch noch Mittel gegen den Pilz in Form von Kapseln oder Tabletten eingenommen werden. Dies ist insbesondere dann erforderlich, wenn mehr als 50% der Nagelplatte betroffen sind.
Als Lack steht beispielsweise Loceryl® Nagellack zur Verfügung. Der erkrankte Nagel wird zuerst mit einer Einmalnagelpfeile abgefeilt und anschließend mit einem Alkoholtupfer gereinigt und entfettet. Dies ist wichtig, damit der nun aufzutragende Lack gut haftet. Vorteil des Präparates ist, dass es nur ein- bis zweimal wöchentlich aufgetragen werden muss.
Canesten Extra® zur Behandlung von Nagelpilzinfektionen enthält eine Salbe, die zum einen dafür sorgt, dass der befallene Nagel aufgeweicht wird und zum anderen natürlich auch dass der Pilz beseitigt wird. Das Aufweichen des Nagels sorgt dafür, dass erkranktes Nagelmaterial mit einem beiliegenden Schaber leicht abgetragen werden kann und dass der pilzbekämpfende Wirkstoff leichter in den Nagel eindringen kann. Um das Aufweichen des Nagels zu fördern, wird der Nagel mit einem beiliegenden Pflaster überklebt. Die Behandlung mit Schaber, Salbe und Pflaster muss täglich erfolgen.
Zur Vorbeugung von Nagelpilzerkrankungen gelten grundsätzlich dieselben Ratschläge wie zur Vermeidung von Fußpilz: u.a. Zehenzwischenräume gut abtrocknen, in öffentlichen Dusch- und Umkleideräumen Badeschlappen tragen, ausreichende Fußpflege (z.B. Eincremen), Schuhe desinfizieren.
