Gesundheitskolumne

Die Apotheke zu Hause: Ein aufgeräumter Medizinschrank hilft, manchen Arztbesuch zu verhindern

Sebastian Jahn, Apotheker
Staggenborg-Apotheke im Marktkauf, Prisdorf
erschienen 5. Oktober 2009

Bild: Die Apotheke zu Hause: Ein aufgeräumter Medizinschrank hilft, manchen Arztbesuch zu verhindern
Die Hausapotheke ist oft ein wüstes Sammelsurium aus abgelaufenen Medikamenten, angebrochenen Flüssigkeiten und halbvollen Packungen ohne Packungsbeilage.
Wenn man sich dann im Notfall hoffungsvoll an die Hausapotheke erinnert, beginnt das große Suchen und Rätseln.
Wie so oft im Leben steht vor dem Neubeginn das Aufräumen. Alles, was Sie nicht eindeutig zuordnen können, muss raus! Es hat keinen Zweck Medikamente zu horten, deren Wirkung man nicht mehr kennt.
Auch verschreibungspflichtige Medikamente sind mit Vorsicht zu genießen. Nur weil man vor zwei Jahren ein ähnliches Problem hatte, heißt es nicht zwangsläufig, dass es exakt dasselbe Problem ist. Das kann nur ein Arzt entscheiden.
Im Besonderen sollte man die Finger von angebrochenen Antibiotika-Packungen lassen. Zum Einen sind die Mengen meistens so berechnet, dass eine komplette Packung aufgebraucht werden sollte. Des Weiteren führt eine unkontrollierte Einnahme zu verstärkter Resistenzbildung, die alle weiteren Behandlungen schwieriger machen kann.
Angebrochene Flüssigkeiten sind meist nur für einige Monate haltbar,diese sollten mit einem Anbruchdatum versehen werden. Abgelaufene Medizin ist nicht, wie bei Milch, am Geschmack zu erkennen.
Die Erfahrung zeigt, dass eine gut ausgestattete Hausapotheke so manchen Arztbesuch verhindern kann. So wird sich zum Beispiel eine optimal versorgte Wunde nicht entzünden.
Je nachdem wer alles durch Ihre Hausapotheke versorgt werden soll, gibt es natürlich verschiedenste Ausstattungsvorschläge. Zu berücksichtigen sind auch die kleinen Alltagszipperlein.
Zuerst sollte für die Wundversorgung gesorgt werden. Also ein kleines Pflastersortiment und ein Wunddesinfektionsspray. Jodzubereitungen sind zwar weit verbreitet, spiegeln aber nicht den neusten Stand der Wissenschaft wider. Also bei Neukauf umsteigen auf die neue Generation, z.B. Octenisept®.
Die Allzweckwaffe Aspirin® bei Zahnschmerzen nicht allzu gut geeignet. Es wird zwar den Schmerz stillen, wenn dann aber doch ein Zahnarzt bemüht werden muss, wird dieser mit dem wesentlich dünneren Blut zu kämpfen haben. Ibuprofen wäre in diesen Fall das Mittel der Wahl.
Allergische Hautreaktionen, Insektenstiche und kleine Verbrennungen können mit Mitteln wie Fenistil Gel® oder Soventol® akut behandelt werden.
Wenn der Alltag sehr aktiv durch Kinder gestaltet wird, dann ist auch eine Heparinsalbe gegen stumpfe Verletzungen und Blutergüsse ratsam.
Jetzt, wo es Richtung Erkältungszeit geht, ist es auch sinnvoll sich schon mit einem abschwellenden Nasenspray oder Hustensaft einzudecken. Dann wird die erste Nacht mit der Erkältung vielleicht nicht ganz so ermüdend wie letztes Jahr.
Falls Sie also Fragen haben kommen Sie vorbei und lassen sich beraten. Natürlich durchforsten wir auf Wunsch Ihre Hausapotheke und klären Sie auf, ob Sich dort Nützliches verbirgt oder ob ein Museum schon Interesse an Ihren alten Medikamenten haben könnte.