Gesundheitskolumne

Vitamin E - die heilsame Kraft aus der Pflanze

Nabil Nassar, Apotheker
Staggenborg-Apotheke im EDEKA, Elmshorn
erschienen 21. September 2009

Vitamin E ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von fettlöslichen Substanzen mit antioxidativen Wirkungen. Es ist ein Bestandteil aller tierischer Zellen. Häufig wird der Begriff Vitamin E allein für alpha-Tocopherol, die am meisten erforschte Form von Vitamin E verwendet. Vitamin E wurde als Fruchtbarkeitsvitamin 1922 entdeckt. Hauptsächlich hat der Entdecker das Vitamin aus Weizenkeimöl, Hafer und Mais isoliert und es aufgrund der bereits bekannten Vitame A, B, C und D nun Vitamin E genannt. Vitamin E hat Funktionen in der Steuerung der Keimdrüsen und wird daher auch als Antisterilitätsvitamin bezeichnet. Der menschliche Körper kann am besten RRR-alpha-Tocopherol speichern und transportieren. Durch die Speicherkapazität kann eine einmalige Gabe für längere Zeit wirken. Eine seiner wichtigsten Funktionen ist die eines fettlöslichen Antioxidans, das in der Lage ist, Organe, Gefäße und Zellen vor einer Zerstörung durch Oxidation zu schützen. Freie Radikale würden die Zellmembranen angreifen, welches durch Tocopherol als Radikalfänger verhindert wird. Einen hohen Vitamin E-Gehalt weisen pflanzliche Öle wie Sonnenblumenöl, Olivenöl und Weizenkeimöl auf. Synthetisch hergestelltes Tocopherol ist relativ instabil und wird daher an eine chemische Gruppe gebunden. Es kann im Körper zu 50% in natürliches Vitamin E umgewandelt werden. Wegen seiner antioxidativen Wirkung wird Vitamin E als Zusatzstoff (E 306 - 309) auch in Lebensmitteln, Kosmetika und Farben beigefügt. Sogar für "Bio"-Lebensmittel ist E 306 zugelassen. Bei Kondomen erhöht es die Reißfestigkeit. Vitamin E ist bis 140 Grad Celsius hitzestabil. Beim Kochen treten also keine Verluste auf. Beim Braten empfiehlt es sich, auf niedrige Temperaturen zu achten, da leicht die 140 Grad überschritten werden.
Bei Patienten mit Neurodermitis führt eine Zufuhr von 268 mg pro Tag über einen längeren Zeitraum zu einer Verbesserung der Symptome. Vitamin E-Mangelerscheinungen sind in Europa sehr selten geworden. Nachgewiesene Mangelerscheinungen treten meist nur in Zusammenhang mit Krankheiten auf, bei denen eine gleichzeitige Aufnahme von Fetten gestört ist. Typische Folgen sind trockene, faltige Haut, Konzentrationsstörungen, Leistungsschwäche,. Müdigkeit, Reizbarkeit, schlecht heilende Wunden. Auch Arteriosklerose wird begünstigt. Vitamin E wird nicht im Fettgewebe angereichert, anders als Vitamin A, D und K. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit definiert 300 mg als Höchstaufnahmemenge, die ein gesunder Erwachsener ohne gesundheitliche Risiken lebenslang täglich verzehren kann. Als ein geeignetes Präparat pflanzlicher Herkunft auf Sojaölbasis empfehlen wir Ihnen z.B. Optovit fortissimum 500I.E. Es wird angewendet zur Behandlung eines Vitamin-E-Mangels bei Gelenkbeschwerden, altersbedingten Erscheinungen wie Müdigkeit und Leistungsschwäche. Bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln zur Blutgerinnung wie z. B. Marcumar sollte allerdings der Arzt mit hinzugezogen werden, da die Blutgerinnung verstärkt werden kann und daher sorgfältig überwacht werden sollte. Am besten nimmt man Vitamin E auch in Kombination mit Vitamin C als wasserlösliches Antioxidans ein. Eine Möglichkeit wäre z.B. ein knackiger Salat mit Olivenöl und roter Paprika. Für die kalte Jahreszeit empfehlen wir Ihnen eine Vitamin E-Kur mit Optovit fortissimum Kapseln oder Optovit E-Complex Direkt in Pulverform. Eine gesunde Woche wünscht Ihnen Ihr Apotheker.