Gesundheitskolumne

Beschwerden in den Wechseljahren

Michaela Riedel, Apothekerin
Staggenborg-Apotheke im Marktkauf, Prisdorf
erschienen 14. September 2009

Bild: Beschwerden in den Wechseljahren
Als Wechseljahre (Klimakterium) wird der Zeitraum zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr der Frau bezeichnet.
Durch das Nachlassen der Hormonproduktion, stellt sich der Körper in dieser Zeit darauf ein, keine Kinder mehr zu bekommen. Die Wechseljahre sind also keine Krankheit, sondern etwas Natürliches im Leben jeder Frau. Dennoch leidet circa jede 3. Frau während dieser Zeit unter erheblichen körperlichen und seelischen Problemen.
Die ersten Symptome treten dabei häufig schon ab dem 40. Lebensjahr auf. Dies sind vor allem unregelmäßige Regelblutungen, die oft auch stärker verlaufen als in früheren Jahren. Später kommen Hitzewallungen und Schweißausbrüche hinzu, die von Herzklopfen und Schwindelgefühl begleitet sein können. Außerdem typisch sind Schlafstörungen, depressive Verstimmungszustände, Nervosität und Leistungsabfall. Durch die hormonelle Umstellung steigt außerdem langfristig die Osteoporose-Gefahr und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Hautdicke und –feuchtigkeit nehmen ab, die Haare wachsen langsamer und das Bindegewebe erschlafft.
Da die meisten dieser Beschwerden auf einem Mangel an Östrogen (weibliches Geschlechtshormon) beruhen, liegt es nahe dieses bei der Therapie zu ersetzen. Dies kann in Form von Tabletten oder sog. transdermalen therapeutischen Systemen, wie z.B. Pflastern, erfolgen. Die Hormongabe sollte dabei so kurz wie möglich, so niedrig dosiert wie möglich und nur bei stark ausgeprägten Beschwerden erfolgen. Sprechen Sie diesbezüglich mit dem Arzt Ihres Vertrauens, da all diese Präparate verschreibungspflichtig sind.
Leichte Formen von Wechseljahresbeschwerden können auch mit pflanzlichen Mitteln gelindert werden. Die größte Bedeutung kommt dabei Präparaten aus der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) zu (z.B. in Femikliman®). Sie wirken Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und Schlafstörungen entgegen. Die Beschwerden bessern sich dabei in der Regel nach einer Einnahmedauer von 4- 6 Wochen. Bei Beschwerden, die von einer ausgeprägt gedrückten Stimmungslage geprägt sind, empfiehlt sich die Kombination von Traubensilberkerze und Extrakten aus dem Johanniskraut (z.B. in Remifemin plus®).
Daneben stehen auch Nahrungsergänzungsmittel mit Soja (z.B. Alsifemin®) und Rotklee (z.B. Menoflavon®) zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden zur Verfügung. Die Studienlage zu deren Wirksamkeit ist allerdings heutzutage noch unzureichend.
Bei der homöopathischen Behandlung kommen vor allem Acidum sulfuricum, Aristolochia, Cimicifuga, Lachesis und Sepia zum Einsatz.
Um der Osteoporose-Gefahr entgegenzuwirken, benötigen Frauen in den Wechseljahren außerdem Calcium, möglichst in Kombination mit Vitamin D (z.B. in Calcimagon-D3®).
Unterstützt werden sollte jede Therapie durch eine gesunde Lebensführung: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit wenig Fett, reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Sport und Bewegung sorgen für einen inneren Ausgleich, helfen das Körpergewicht zu halten und schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.