Gesundheitskolumne

Schlafstörungen – Wege zu einem erholsamen Schlaf

Michaela Riedel, Apothekerin
Staggenborg-Apotheke im Marktkauf, Prisdorf
erschienen 7. September 2009

Bild: Schlafstörungen – Wege zu einem erholsamen Schlaf
Cirka 26 Jahre unseres Lebens verbringen wir mit Schlafen, oder wir versuchen es zumindest. Denn nicht jeder findet immer zu einem erholsamen Schlaf. In Deutschland klagt mit 15 bis 30 Prozent der Bevölkerung ein nicht gerade geringer Teil über Schlafstörungen.
Die meisten Menschen leiden dabei unter sog. Insomnien, die zu einer Verkürzung der Gesamtschlafzeit führen.
Wird abends länger als eine halbe Stunde zum Einschlafen benötigt, spricht man von Einschlafstörungen. Unter Durchschlafstörungen leidet, wer nachts aufwacht und nicht mehr zurück in den Schlaf findet.
Die Ursachen können dabei sehr vielfältig sein. Häufig treten Schlafstörungen unter psychischen Belastungssituationen, wie z.B. bei Stress, Ärger, Trauer oder Angst, auf. Aber auch Lärm, Schichtarbeit, hormonelle Schwankungen, verschiedene Krankheiten oder Medikamnete können den Schlaf negativ beeinflussen. Wichtig ist: Nur kurzfristige Schlafstörungen aus bekannten Gründen sollten selbst therapiert werden.
Für die Selbstmedikation stehen dabei 2 verschreibungsfreie Wirkstoffe zur Verfügung: Diphenhydramin (z.B. in Moradorm®) und Doxylamin (z.B. in Hoggar Night®). Da diese jedoch in den normalen Schlaf- und Regenerationsprozess eingreifen und die wiederholte Anwendung zu einer Gewöhnung führen kann, dürfen sie nicht länger als eine Woche und keinesfalls prophylaktisch eingenommen werden.
Daneben stehen, als leicht Schlaf fördernde Arzneimittel, Zubereitungen aus verschiedenen Arzneipflanzen zur Verfügung. Am besten belegt ist die Wirkung dabei für Baldrian (zB. in Baldrian Dispert Nacht®). Daneben werden aber auch Melissenblätter, Hopfenzapfen, Passionsblumenkraut und Lavendelblüten eingesetzt; häufig auch in Kombination miteinander. Vorteil dieser pflanzlichen Schlafmittel ist, dass sie nicht in den Schlafvorgang eingreifen. Auch sind keine Neben- und Wechselwirkungen bekannt. Sie müssen allerdings ausreichend hoch dosiert und über einen Zeitraum von mind. 10-14 Tagen eingenommen werden, da erst dann mit der vollen Wirksamkeit zu rechnen ist.
Als homöopathische Alternative können u. a. Coffea arabica, Avena sativa oder Zincum valerianicum eingesetzt werden.
Neben der medikamentösen Therapie sollte außerdem eine bestimmte „Schlafhygiene“ geübt werden, d.h. nur wer müde ist, sollte auch schlafen gehen. Nachts nicht wach liegen bleiben, sondern aufstehen und einer leichten Tätigkeit nachgehen, bis Schläfrigkeit eintritt. Morgens, wenn möglich, immer zur gleichen Zeit aufstehen. Hilfreich sind oft auch ein entspannendes Bad vor dem Schlafengehen, ein Abendspaziergang und das Erlernen bestimmter Entspannungstechniken. Versuchen Sie tagsüber regelmäßig Sport zu treiben. Das Schlafzimmer sollte nicht wärmer als 16-18 Grad und gut gelüftet sein. Auf koffeinhaltige Getränke, große Abendmahlzeiten und auf den Mittagsschlaf sollte verzichtet werden.