Gesundheitskolumne

Hämorrhoiden – Ein Tabuthema ?

Lars Radünz, Apotheker
Staggenborg-Apotheke im Marktkauf, Elmshorn

Bild: Hämorrhoiden – Ein Tabuthema ?
Bei Hämorrhoiden handelt es sich um Blutgefäße des Rektums, die eine wichtige Rolle beim Verschluss des Enddarms spielen. Probleme bereiten sie uns, wenn sie krankhaft vergrößert sind, z.B. durch eine angeborene Bindegewebsschwäche und / oder Blutstauungen in den betroffenen Gefäßen. Ursachen für ein Hämorrhoidalleiden sind u.a. Bewegungsarmut, chronische Verstopfung und Entzündungen im Bereich des Enddarms. Schwangere sind aufgrund der eingeschränkten Mobilität und einer zunehmenden Bindegewebsschwäche im Verlauf der Schwangerschaft häufig betroffen.
Die Beschwerden lassen sich aufgrund ihrer Symptome in vier Schweregrade unterteilen. Im ersten Stadium hat der Patient kaum Beschwerden. Meist tritt nur ein Jucken oder Brennen und eventuell hellrote Blutspuren auf dem Stuhl oder Toilettenpapier auf. Im zweiten Stadium nehmen Brennen und Juckreiz zu, und Schmerzen, insbesondere beim Stuhlgang, können auftreten. Außerdem tritt häufig ein Fremdkörpergefühl auf. Die Hämorrhoiden können beim Stuhlgang nach außen treten. Im dritten Stadium liegen sie sogar ständig außen vor, was die Schmerzen weiter verstärkt. Zusätzlich zu den bisherigen Symptomen kann es zu Nässen kommen. Im vierten Stadium liegen die Hämorrhoiden permanent außen und lassen sich auch nicht mehr manuell zurückschieben. Der Patient leidet unter starken Schmerzen und kann u.U. auch inkontinent werden. Bei Beschwerden, die den Stadien drei und vier zuzuordnen sind, ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen. Gleiches gilt auch beim Auftreten von Blutungen, da diese abgeklärt werden sollten, um andere Erkrankungen auszuschließen.
Bei leichteren Beschwerden helfen Salben bzw. Zäpfchen aus der Apotheke, um Symptome wie Jucken und Schmerzen zu lindern (z.B. Faktu akut®, Rectosellan®). Außerdem können Sitzbäder mit Kamille (entzündungshemmend, z.B. Kamillosan®) oder Gerbstoffen (juckreizlindern, z.B. Tannosynt ®) zur Unterstützung angewendet werden.
Für Schwangere sind pflanzliche Präparate wie Hametum® (Salbe, Zäpfchen) gut geeignet.
Die Behandlung mit den genannten Präparaten lindert lediglich die Symptome, ändert aber nichts an der eigentlichen Ursache der Beschwerden. Sollte daher keine Besserung während der Behandlung eintreten oder die Beschwerden wiederholt auftreten oder sich sogar verschlimmern, ist in jedem Fall ein Arztbesuch erforderlich.
Um Schmerzen und unnötiges Pressen beim Stuhlgang zu vermeiden, empfiehlt sich eine ballaststoffreiche Ernährung sowie ausreichendes Trinken. Desweiteren sollte zu enge, die Darmmotorik einschränkende Kleidung vermieden werden. Nach dem Stuhlgang sollte auf eine ausreichende Reinigung, idealerweise mit Wasser geachtet werden. Auf Seife sollte aufgrund möglicher Reizerscheinungen verzichtet werden.
Scheuen Sie sich nicht, in der Apotheke das Thema Hämorrhoiden anzusprechen, wir werden Ihnen gerne helfen.